Meine Interessen

Neben den Fischen aus den tropischen und subtropischen Ländern interessieren mich auch die heimischen Fische. Sie sind genau betrachtet sehr schön und interessant.

 Der Klimawandel verlangt von jedem von uns, sein Tun diesbezüglich verantwortlich zu gestalten. Der hohe Energieverbrauch ist mit ein Grund für die erhöhte Erwärmung unserer Atmosphäre. Für mich war dies Anlass, den Energieverbrauch zu senken. Dabei öffnete ich die Tür zu den Fischen unserer Heimat und der Subtropen. Einige Arten aus Nordamerika entwickelten Ablaichstrategien, die für Anfänger wie für Spezialisten sicher einiges Neues bereit halten.
Aquarianer, die großes Interesse an den Fischen aus den Subtropen oder der gemäßigten Zone haben, empfehle ich den Arbeitskreis Kaltwasserfische und Fische der Subtropen (AKFS)
Link: http://www.akfs-online.de


Die Nase  – Fisch des Jahres 1994 und 2020.

Zucht und Vermehrung im Teichwirtschaftlichen Musterbetrieb Maidbronn

 

Einleitung

Die Nase Chondrostoma nasus (Linnaeus, 1758) zählte zu den Massenfischen in den Stromgebieten der Donau und des Rheins. Heute muss sie unter Schutz gestellt werden, damit sie erhalten bleibt. Verbauungen in den Flüssen versperren dieser Fischart, wie vielen anderen Wanderfischen, den Weg zu ihren Laichplätzen. In Bayern steht sie deshalb auf der „Roten Liste gefährdeter Fische (Pisces) und Rundmäuler (Cyclostomata)“ (Bohl et al. 2003). 

Die Nase spielt im Nahrungsnetz mehrere wichtige Rollen: In der Donau sind z.B. die Larven der Nase eine wichtige Beute der Junghuchen und mit ihrem Schabemaul hält sie die Kies- und Steinflächen von Algen frei, Kieslaicher erhalten saubere Ablaichflächen. Alleine diese beiden Beispiele verdeutlichen die Bedeutung der Nase, denn kommen weniger Huchen auf, so fehlt ein wichtiger Prädator im Gewässer und veralgen die Gewässergründe, so können sich viele Kieslaicher nicht mehr erfolgreich fortpflanzen. 

Angler unterstützen indirekt und direkt die Erhaltung dieser Fischart mit Besatz und lebensverbessernden Maßnahmen in den Gewässern.

Das Ablaichen im natürlichen Gewässer

Die Männchen kommen in Prachtfärbung auf den Laichplätzen an. Die paarigen Flossen und die Afterflosse sind orangerot gefärbt. Die Schwanzflosse und Rückenflosse sind grau und zeigen leichte Rottöne, auf dem Kopf sind unzählige weiße sternförmige Hautausstülpungen (Laichausschlag) zu sehen. Die Weibchen weisen zudem laichvolle Bäuche und einen geringeren Laichausschlag als die Milchner auf.

Das ganze Laichgeschäft der Fische spielt sich meist innerhalb von vier bis sieben Tagen ab.

Die Fische laichen über Kiesböden. Hier fallen die Eier auf den Bodengrund und bleiben am Substrat kleben. Das können Kiesel, Steine, höhere Pflanzen, Äste oder Algen sein. Sie sind damit vor einem Wegschwemmen gesichert. Festgeklebt  entwickeln sie sich je nach Temperatur in ca. zwei bis drei Wochen zur fertigen Larven. Die geschlüpften Larven verharren noch im strömungsarmen Kiesbereich und schwimmen in der vierten bis fünften Woche frei. Sie füllen ihre Schwimmblase mit Luft und treiben unter der Wasseroberfläche. Hier driften sie zu strömungsarmen Bereichen und gelangen an ihr Erstfutter, dem Plankton.

 

Zuchtfischfang mit Hilfe des Angelvereins

Meistens erhalten Anfang April die Fischwirtschaftsmeister Matthias Schäffner und Stefan Hummel einen Anruf vom 1. Vorsitzenden Wilfried Schneider des Angelsportvereins 1960 e.V. Obernburg. Zum Verein gehört ein Abschnitt der Mömling, einem linksseitigen Zufluss des Mains aus dem Odenwald. Inhalt des Gesprächs: „Die Nasen sind an ihren Laichplätzen“. Der Vorsitzende und sein Sohn wechseln sich in der bekannten Zeit der Laichwanderung ab, um von einer Brücke aus die Ankunft der ersten laichreifen Nasen abzuwarten. Zuerst kommen die Männchen (Milchner), etwas später die Weibchen (Rogner). Das mit ca. 10° C etwas wärmere Wasser der Mümling, die im bayerischen Unterlauf Mömling genannt wird, löst die Laichwanderung der Fische im Main aus. Bei kühlerer Witterung verzögert sich diese. 

Gemeinsam mit den ortsansässigen Vereinsmitgliedern fangen die Fischwirtschaftsmeister vom Teichwirtschaftlicher Musterbetrieb Maidbronn am Vormittag die Fische aus dem Fluss Mömling. Sie haben hierfür eine Genehmigung zum Elektrofischen. In der Regel fangen sie 20 Rogner und 10 Milchner. Diese werden schnellstens nach Maidbronn in die Zuchtanlage gebracht. Fortsetzung der AKFS-Ausgabe 43. Foto: Dr. W. Silkenat

Chondrostoma nasus (Linnaeus, 1758)

Fisch des Jahres 2018

Dreistacheliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)
Der Dreistachelige Stichling ist einer der farbenprächtigsten Kleinfische unserer Gewässer und besticht mit einem außerordentlichen Brutpflegeverhalten. Er kommt auf der ganzen Nordhalbkugel vor. Hier lebt er im Meer, im Süßwasser und auch im Brackwasser. 
Mein Freund Peter Martin schrieb seine Diplomarbeit über die Herkunft und  Verbreitung dieses Fisches: Die Ursprungsheimat des Dreistachligen Stichlings ist der Pazifik, wo er in mehreren Seen in zwei Varianten vorkommt. Kanadische Wissenschaftler forschen schon seit langer Zeit an diesem Phänomen: Wie konnten sich in einem Gewässer zwei verschiedene Varianten ausbilden? Er fand heraus, dass die wahrscheinlichste Erklärung darin besteht, dass es in diesen Gewässern ursprünglich nur eine Variante gab. Ein Teil dieser Gruppe machte sich auf eine lange Wanderung über die Beringstrasse bis nach Europa, und eine neue Variante entstand. Irgendwann ging ein Teil der neuen europäischen Variante wieder in das Heimatgewässer zurück, wo man jetzt beide Varianten antreffen kann. Ganz schön kompliziert.