Auf dieser Seite möchte ich in loser Folge Berufe vorstellen, die direkt und indirekt mit unserem Hobby zu tun haben.
Beispiele: Fischwirt/in, Fachverkäufer/in im Fischeinzelhandel und Großhandel, Tierarzt/in, Ichthyologe, Wasserpflanzengärtner/in.

Der Fischwirt/in

Der Beruf Fischwirt setzt Naturverbundenheit, Tierliebe, Ausdauer und Freude an selbständiger Arbeit voraus. Neben technischen Begabungen und handwerklichem Geschick sollte auch ein betriebswirtschaftliches Verständnis vorhanden sein. 
Schwerpunkte:
Fischhaltung und Fischzucht
Seen- und Flussfischerei

Genauere Ausführungen folgen!


Bausteine der Ausbildung:

1.Fischgewässerbewirtschaftung und Hegemaßnahmen.

Nach dem Abfischen müssen die Abflussgräben nachgearbeitet werden. Ein Fischwirt muss lernen, den Fischen einerseits optimale Bedingungen zu bieten, andererseits das Arbeiten selbst so effektiv wie möglich zu organisieren.

Über das ganze Jahr verteilt lernt der/die Auszubildende die Fischgewässer im optimalen Zustand zu halten. Je nach Fischart müssen spezielle Vor- und Nacharbeiten getroffen werden. Eine Aufgabe ist nach dem Abfischen die Abflussgräben zu richten. Die Teiche sollen z.B. austrocknen können, damit in den Boden Sauerstoff kommt. Das Bild zeigt Ruttensetzlinge, die zur nächsten Aufgabe führen.

2. Anfertigen, Bedienen, Instandsetzen und Pflegen von Fischereieinrichtungen. Beispiel Zucht der Nase  (Chondrostoma nasus)

Nasenlaich

Im Frühjahr muss der Fischwirt bis zu 100 000 Eier der seltenen Nase bei einer bestimmten Temperatur in speziell vorbereiteten Zuchtgläsern ausbrüten und überwachen. Besonders wichtig ist dabei ein kontinuierlicher Wasserzufluss. Dieser muss überwacht werden.

Die Larvenversorgung

Nach einer bestimmten Tagestemperatur schlüpfen aus den 1,5 mm großen Eiern die Larven. Für diese muss Plankton als Erstnahrung zur Verfügung gestellt werden. Die  Aufzuchtteiche müssen für die Aufnahme gerichtet sein. Nach der Planktonphase benötigen die Jungfische mit Hilfe von Futterautomaten spezielles Aufzuchtfutter. 

Ernte der Setzlinge

Bei passender Fütterung und Pflege entwickeln sich aus den winzigen Larven in einem Sommer Setzlinge.  Im Herbst werden die Jungnasen gefangen, gezählt und an Abnehmer verteilt. Hier lernt der/die Auszubildende die Fische zu vermarkten. Dies führt zur nächsten Aufgabe.

3. Eigenschaften des Wassers und der Gewässer

Die Eigenschaften des  Wassers bestimmen das Leben der Fische. pH-Wert, Karbonat- und Gesamthärte, Sauerstoffgehalt, Leitfähigkeit und Temperatur sind wichtige abiotische Faktoren, aber auch die verschiedenen Aggregatzustände des Wassers sind Teil dessen, was die Fortpflanzung und den Wuchs der Fische bestimmen. 

Die Kenntnis über die natürlichen Voraussetzungen der Fischerei sind Grundlage der Ausbildung.

4. Gewässerschutz

Der Schutz der Gewässer ist eine große Aufgabe der Fischwirte/innen. Sind diese in Gefahr, dann sind auch die Fische in Gefahr. Neben Schutzmaßnahmen, die sichtbar sind, wie zum Beispiel die Errichtung von Fischtreppen bei Staustufen, stellen das Erkennen  von einfließenden Schadstoffen und deren Beseitigung einen großen Aufgabenbereich dar. 

5. Fachbezogene Rechtskunde

Der zukünftige Fischwirt/in muss im großen Bereich der Fischhaltung rechtskundig sein. Deshalb gehört zu seinem Wissen neben der Biologie auch ein Basiswissen im Bereich des Gewässerschutzes, der Fischhaltung und Haftung.

Peter Schaaf lässt sich in Maidbronn zum Fischwirt ausbilden.

Er stammt aus einer Fischzüchterfamilie.